Wie sich innere Identitäten lösen – und warum echte Fülle immer aus Bewusstsein entsteht

Manifestieren ist eines dieser Worte, die inzwischen ziemlich vollgepackt sind.  Viel Hoffnung. Viel Sehnsucht. Und leider oft auch viel Druck.


Denn wenn wir ehrlich hinschauen, entsteht der Wunsch nach „mehr Geld“, „mehr Freiheit“ oder „mehr Sicherheit“ sehr häufig nicht aus Fülle – sondern aus einem Mangelsehen. Aus einem inneren Gefühl von nicht genug. Nicht genug Zeit. Nicht genug Leichtigkeit. Nicht genug Anerkennung.


Und fast immer hängt daran eine Identität.


Die Identität derjenigen, die „hart arbeiten muss“. Oder derjenige, der „sich erst etwas verdienen muss“. Oder die, die glaubt, sie müsse einen Preis zahlen – mit einem ungeliebten Job, mit Erschöpfung, mit Anpassung.


Die stille Identität hinter dem Wunsch

Viele Menschen versuchen dann, genau diesen Mangel zu beheben, ohne die Identität zu berühren, aus der er entstanden ist. Affirmationen werden gesprochen. Visualisierungen gemacht. Geld wird herbeigedacht, herbeigewünscht, herbeigefühlt.


Vielleicht kennst du die berühmte Gelddusche.


Ich habe sie vor vielen, vielen Jahren selbst ausprobiert. Mit bestem Willen. Mit Offenheit. Und mit Neugier.


In meiner inneren Vision stellte ich mich also unter eine Dusche aus Goldmünzen und Goldbarren. Das Ergebnis war… sagen wir mal: unerwartet körperlich.


Aua. Goldbarren haben Gewicht. Mein Körper fand das alles andere als angenehm. Die Dusche war schnell wieder aus.


Also der nächste Versuch: Geldscheine. Euro, Dollar. Doch auch hier meldete sich mein Körper sehr deutlich.


Nein. Zu schwer. Zu dicht. Zu viele Ängste darin gespeichert. Zu viele Sorgen, Nöte, Gier, Abhängigkeiten, Machtspiele, Abzocke. Zu viele Hände, durch die dieses Geld gegangen war.


Es fühlte sich nicht reinigend an. Es fühlte sich… schmutzig an.


Affirmationen wirken nicht gegen Identität

Und genau hier liegt ein entscheidender Punkt: Wenn jemand ein paar Minuten am Tag Affirmationen spricht, sich aber den restlichen Tag sorgt, rechnet, vergleicht, Angst hat oder innerlich denkt „das reicht nicht“, dann wird nicht Fülle manifestiert.


Dann wird der Mangel bestätigt. Und zwar sehr zuverlässig.


Denn das, was wirkt, ist nicht die Affirmation. Es ist die Identität, aus der heraus sie gesprochen wird.


Der eigentliche Ausweg

Der Ausweg liegt nie darin, etwas hinzuzufügen. Er liegt darin, sich mit einer höheren Bewusstseinsebene zu verbinden.


Einer Ebene, die die aktuelle Lebenssituation zwar einschließt – aber nicht auf sie begrenzt ist.


Eine Ebene, die nicht aus Angst schaut, sondern aus Weite. Nicht aus Rettungsbedürftigkeit, sondern aus Verbundenheit. Nicht aus Kontrolle, sondern aus Fluss.


Diese Ebenen sind feiner. Weniger greifbar. Weniger „machbar“.


Und genau deshalb öffnen sie Türen.


Ich habe das in meinem Leben immer wieder erfahren – nicht nur im finanziellen Bereich.  Immer dann, wenn sich etwas wirklich verändert hat, ging dem ein Identitätsverlust voraus. Und ja, das klingt dramatischer, als es ist.


Identitäten dürfen sich auflösen

Viele unserer Identitäten sind eng. Verknüpft mit familiären Prägungen. Mit Ahnenmustern. Mit kollektiven Feldern. Mit alten Loyalitäten.


Wenn diese Identitäten sich lösen, entsteht oft zunächst Unsicherheit. Ein Nicht-mehr-wissen. Ein Zwischenraum.


Doch genau dort beginnt Freiheit.


Denn höhere Bewusstseinsebenen sind nicht primär materiell. Sie sind geistig. Seelisch. Weit.

Die Materie ist darin enthalten –  aber sie ist nicht mehr der einzige Raum.

 

Dieses Prinzip zeigt sich übrigens nicht nur beim Thema Geld oder Manifestieren. Auch in meinem Beitrag „Echtes Wachstum braucht keinen Hebel – sondern Herzresonanz“ beschreibe ich, warum äußere Strategien selten tragen, wenn die innere Identität noch eng ist. Wachstum beginnt nicht im Hebel – sondern im Bewusstsein.

 

Mein persönlicher Fokus

Ich arbeite nicht mit Geldduschen. Nicht mit Zahlen. Nicht mit Forderungen an das Leben.


Mein Fokus ist schlicht – und kraftvoll:

„Ich bin mit allem versorgt, was ich brauche.“


Dieser Satz erzeugt keinen Druck. Er erzeugt Fluss.


Und während ich mich Schritt für Schritt in diese höhere Bewusstseinsebene hinein bewege, lösen sich alte Identitäten fast von selbst. Es wird gesehen. Erkannt. Gelächelt. Losgelassen.


Und manchmal geschieht etwas Wunderschönes:Talente, die lange geschlafen haben, wachen wieder auf.

Bei mir war es der Humor. Der schon immer da war. Und das Schreiben. Mein erster Berufswunsch als Kind: Autorin.

Beides ist nicht „erarbeitet“ zurückgekommen. Es ist aufgetaucht, als der Raum wieder frei wurde.


Vielleicht ist Manifestieren am Ende gar kein Tun. Sondern ein Erinnern.  Ein Heimkehren in eine Identität, die weiter ist als Angst – und lebendiger als jede Affirmation.


Eine kleine Übung zur Rückverbindung

Stelle dir vor, deine beiden Hände sind wie zwei Schalen einer Waage. Halte sie vor dein Herz, die Handinnenflächen nach oben geöffnet.

Lenke nun deine Aufmerksamkeit auf deine Identitäten: deine Gedanken über Geld, deine Bücher und Wünsche, deine Sorgen, Hoffnungen, deinen Alltag.

Lass all das – ohne Bewertung – sanft in deine rechte Hand fließen.

Atme einmal tief ein und aus.


Und dann verbinde dich innerlich mit deiner Seele, deinem höheren Selbst oder – wenn dir das stimmiger erscheint – mit einer höheren Bewusstseinsebene von dir. Gib ihr keine Form. Kein Bild. Nur Bewusstsein.


Lass diese feine, weite Präsenz nun in deine linke Hand fließen.

Führe beide Hände langsam, achtsam, vor deinem Herzen aufeinander zu. So langsam, wie es sich gut anfühlt. Bis sie sich berühren.


Und dann spüre: Wie beginnen sie miteinander zu tanzen. Wie fließt deine höhere Bewusstseinsebene in deine bisherigen Identitäten hinein. Wie werden sie feiner. Flüssiger. Weniger starr. Weniger festgelegt.


Lass dieses neue, weichere Feld auf deine ganz eigene Weise in deinen Körper oder in dein Energiefeld fließen.

Bleibe ein paar Atemzüge dort. In dieser Entspannung. In dieser Weite.

Hier dürfen sich neue Türen öffnen – nicht durch Anstrengung, sondern durch Loslassen.


Ein kleiner, wichtiger Zusatz

Identitäten sind nicht grundsätzlich ein Problem. Sie können Freude machen, Farbe ins Leben bringen, Orientierung geben.

Solange du nicht in ihnen verhaftet oder verstrickt bist.

Erst wenn Identitäten sehr fest und starr werden, wenn sie kaum noch Bewegungsraum lassen, beginnen sie einzuengen – und verschließen Möglichkeiten, die eigentlich längst da wären.


Poetischer Schluss

Vielleicht musst du gar nichts Neues erschaffen. Vielleicht darfst du dich nur erinnern, wie es sich anfühlt, wenn das Leben wieder durch dich hindurch atmet.

Und manchmal reicht genau das, damit sich Türen öffnen, die nie wirklich verschlossen waren.


Sanfter Hinweis

Wenn du dir wünschst, solche inneren Räume nicht allein zu betreten, sondern in einem ruhigen, klaren, geschützten Feld begleitet zu werden, dann findest du bei mir Entspannungs- und spirituelles Coaching ohne Druck, ohne Konzepte – sondern in Verbindung mit deiner eigenen inneren Führung.

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Copyright: © Blandina Aurelia Gellrich

 

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