Über Nervensystem, kollektive Angstfelder und die leise Rückkehr ins Jetzt

Nicht alles, was sich schwer anfühlt, gehört in diesen Moment. Manches ist nur eine Zukunft, die zu früh betreten wurde.


Manche Menschen sind schon im Morgen, während ihr Körper noch im Heute sitzt.

Sie fühlen das, was vielleicht kommt, als wäre es bereits geschehen. Und verlieren dabei leise den Kontakt zu dem Moment, in dem sie gerade atmen.

Ich nenne das Voraus-Leiden.


Ein stilles Missverständnis

Voraus-Leiden entsteht nicht aus Schwäche. Es entsteht aus Sensibilität.

Aus offenen Antennen. Aus der Fähigkeit, Felder wahrzunehmen. Aus einem Nervensystem, das gelernt hat, lieber zu früh als zu spät zu reagieren.

Doch was einst Schutz war, wird irgendwann Last.


Wenn der Körper nicht mehr unterscheiden kann

Für den Körper ist es gleich, ob eine Bedrohung real vor der Tür steht oder als Geschichte durch einen Bildschirm kommt.

Der Atem wird flacher. Der Puls schneller. Die Gedanken enger.

Der Sympathikus übernimmt – bereit für Kampf, Flucht, Reaktion.
Der
Parasympathikus, zuständig für Ruhe, Verdauung, Regeneration, zieht sich zurück.

Das Leben wartet.


Eine Erinnerung aus Erfahrung

Ich kenne diese Bühne. Nicht erst seit gestern.

Ich stand vor vielen Jahren selbst darin – mitten im Geschehen, mitten im Krimiraum. Nicht als Beobachterin, sondern als Beteiligte.

Vielleicht gerade deshalb habe ich mich irgendwann entschieden, nicht mehr dauerhaft dort zu wohnen.


Der leise Rückzug ins Eigene

Heute schaue ich nur noch gelegentlich hin. Und bleibe bei mir.

Nicht aus Ignoranz. Sondern aus Liebe zum Leben.

Denn jedes Voraus-Leiden zieht Energie aus dem Jetzt. Und diese Energie fehlt dort, wo sie eigentlich gebraucht wird: im Körper, im Herzen, im schöpferischen Tun.


Wenn Entspannung wieder sicher wird

Manche Menschen spüren intuitiv, dass ihr Nervensystem eigentlich etwas anderes bräuchte: Weite. Langsamkeit. Einen Ort, an dem nichts entschieden, nichts bewertet, nichts verteidigt werden muss.

Ein Raum, in dem der Parasympathikus wieder leise erwachen darf.

Genau hier beginnt echte Regulation – nicht durch neue Informationen, sondern durch Verkörperung von Sicherheit.


Eine sanfte Einladung

Du musst nicht alles tragen. Nicht alles wissen. Nicht alles vorweg fühlen.

Das Leben kommt von selbst. Du darfst ihm im Jetzt begegnen.


Vielleicht ist Frieden kein Zustand der Welt, sondern eine Entscheidung der Seele.

Und vielleicht beginnt Freiheit genau dort, wo wir aufhören, morgen schon zu leiden.


Dieser Text ist keine Abkehr von der Welt. Er ist eine Rückkehr zu dir.


Wenn du spürst, dass dein Nervensystem nach Ruhe, Klärung und Rückverbindung sucht, findest du Informationen zu meinem Entspannungs- und spirituellen Coaching auf meiner Webseite.

 

Copyright: © Blandina Gellrich

 

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