Wenn das Leben plötzlich mit dir zusammenarbeitet

Manche Dinge lassen sich nicht beschleunigen.


Wir können sie planen, vorbereiten, ordnen, uns Gedanken machen und vielleicht sogar meinen, noch dieses oder jenes verbessern zu müssen. Doch solange etwas innerlich noch nicht reif geworden ist, bleibt oft das Gefühl, gegen den Strom zu arbeiten. Alles wirkt ein wenig schwerer, als es eigentlich sein müsste.


Dann gibt es diese anderen Momente.


Fast unbemerkt verändert sich etwas. Nicht im Außen. Sondern in uns.


Plötzlich fügen sich Gedanken zusammen, die vorher noch lose nebeneinander lagen. Bilder finden ihren Platz. Worte fließen leichter. Entscheidungen entstehen ohne langes Abwägen. Was eben noch nach vielen einzelnen Schritten aussah, wird zu einem Weg, der sich wie selbstverständlich unter den eigenen Füßen entfaltet.


Vielleicht kennen wir das aus der Natur.


Eine Knospe lässt sich nicht durch Ziehen zum Blühen bringen. Ein Apfel wird nicht süßer, wenn wir ungeduldig an seinen Zweigen rütteln. Alles hat seine eigene Zeit. Und wenn diese Zeit gekommen ist, geschieht vieles fast mühelos.


Auch unser Leben kennt solche Reifeprozesse.


Manchmal gehen ihnen innere Aufräumarbeiten voraus. Alte Sichtweisen beginnen sich zu lockern. Gewohnte Denkweisen verlieren langsam ihre Selbstverständlichkeit. Manches fühlt sich zunächst sogar ungewohnt oder unsicher an. Doch gerade in diesen Zeiten geschieht oft mehr, als wir mit dem Verstand erfassen können.


Irgendwann ist der Moment da, an dem sich das, was lange im Verborgenen gewachsen ist, im Alltag zeigt.


Nicht unbedingt spektakulär.


Eher so, als würde ein Zahnrad nach dem anderen sanft ineinandergreifen. Ohne Lärm. Ohne Anstrengung. Einfach deshalb, weil alles bereit geworden ist.


Vielleicht kennen wir dieses stille Staunen.


Etwas, das wir noch vor wenigen Tagen als mühsam erlebt hätten, gelingt plötzlich beinahe spielerisch. Nicht, weil wir uns mehr angestrengt hätten. Sondern weil das Innere und das Äußere wieder miteinander in Einklang gekommen sind.


Vielleicht ist genau das eines der schönsten Zeichen von Entwicklung.


Nicht, dass wir immer mehr tun.


Sondern dass wir immer häufiger erleben, wie das Leben beginnt, mit uns zusammenzuarbeiten.


Und vielleicht dürfen wir solchen Momenten einfach mit einem Lächeln begegnen.


Nicht, weil wir alles verstehen.


Sondern weil wir spüren, dass etwas reif geworden ist.


Vielleicht interessiert dich auch mein Beitrag „Still und klar – Ein Manifest für den inneren Wandel“, in dem ich beschreibe, warum echter Wandel oft leise beginnt.


Manchmal ist das Sichtbarwerden nicht der Anfang eines Weges, sondern seine natürliche Folge. Genau darüber schreibe ich in meinem Beitrag „Wenn leise Seelen sich zeigen – Warum ich jetzt sichtbarer werde“.


Copyright: © Blandina Aurelia Gellrich


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